Juli 2024
Keine intelligente Uhr
Wir sind in einem Hotel, wo für unseren Aufenthalt alle Mahlzeiten inkludiert sind. Man kann auch selbst Getränke holen und muss die Maschine dafür mit einem Chip, der an einem Uhrband ist, freischalten. In den Unterlagen nennt das Hotel das die AI Uhr.
G. und ich rollen mit den Augen. “Alles wird heutzutage Artificial Intelligence genannt, egal was wirklich für Technik drinsteckt”, denken wir uns sinngemäß. Und dann nach ca. 12 Stunden schießt es mir ein: Es ist die All-inclusive Uhr! Das Hotel behauptet gar nicht, dass der Chip künstlich intelligent ist.
(verenka)
Ähnlich erging es mir mal auf einem internationalen Kongress. Ein Teilnehmer trug das Schild “IT Architect” am Revers und ich begann auf englisch ein Gespräch über Digitalstategien der EU-Länder. Der Mann hatte offensichtlich keine Ahnung davon und meine Vorurteile über die Teilnehmer waren bestätigt. Bis mir kam, IT Architect meinte: Architekt aus Italien.
Schon ab 60 km außerhalb von Berlin kann es passieren, dass einem zwei Stunden lang kein anderer Radler begegnet.
Oft ist es nicht der Ort, sondern der Zeitpunkt, der den Unterschied macht. Absolute Ruhe auf der Brunnihütte.
Santurin. Ein Zimmer mit Aussicht mieten? Und dann Schiffsdieselschwaden der Kreuzfahrtschiffe atmen, denen der Landstrom zu teuer ist. Also weitersegeln, die Insel mit dem geringsten Schiffsverkehr suchen.
Anafi gefunden.
“Geben sie einen frischen Kühlschrank in den Laptop Ärmel.”
Wenn uns hochentwickelte Übersetzungsprogramme und AI diese kleinen Alltagsfreuden nehmen würden, wie schade wäre das!
Pfänder. Üppige Touristendichte. Parfümwolken, Kuhfotografierer, schwitzende Übergewichtige, Spielplatzüberfüllung. Jugendgruppen quälen sich den Berg zu Fuß hoch, schallmotiviert durch Bluetooth-Boxen.
5 Minuten weiter: Ruhe und dieselbe Aussicht.
#gehnichthinwoallesind